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Pressemitteilung 15/24 - 01.02.2024

Gest?rte Hautflora erh?ht Risiko einer Radio-Dermatitis

Bakterien-Zusammensetzung auf der Haut entscheidet mit darüber, wie gut Krebskranke eine Strahlentherapie vertragen

Manche Krebspatientinnen und -patienten entwickeln im Laufe einer Strahlentherapie eine starke Hautentzündung. Welche Faktoren das Risiko einer solchen Radio-Dermatitis erh?hen, war bislang erst in Ans?tzen bekannt. Eine Pilotstudie der Universit?t Augsburg, der Technischen Universit?t München (TUM) und von Helmholtz Munich deutet nun auf eine wichtige Rolle der Hautbakterien hin: Brustkrebs-Patientinnen, bei denen diese sogenannte Hautflora gravierend gest?rt war, bekamen im Laufe der Bestrahlung stets eine schwere Dermatitis. Die Ergebnisse lassen auf einen Test hoffen, mit dem sich Risikogruppen frühzeitig identifizieren lassen. Sie erscheinen in der renommierten Fachzeitschrift JAMA Oncology.


Die Strahlentherapie geh?rt zu den wichtigsten Waffen im Kampf gegen Krebs. Dabei werden Tumorzellen durch energiereiche radioaktive Strahlung zerst?rt. Allerdings vertragen manche Patientinnen und Patienten die Behandlung schlechter als andere: Sie entwickeln an den bestrahlten Stellen eine schwere Hautentzündung, eine Radio-Dermatitis. Warum das nur einen Teil der Behandelten betrifft, war bislang weitgehend unklar.

Die neue Studie bringt nun Licht ins Dunkel. Demnach scheint die Hautflora der Brust entscheidend dafür zu sein, ob im Laufe der Behandlung eine Radio-Dermatits auftritt. ?Die Hautflora besteht aus Hunderten verschiedener Arten von Mikroorganismen“, erkl?rt Dr. Claudia Hülpüsch, Leiterin des Fachbereichs ?Functional Microbiomics“ am Lehrstuhl für Umweltmedizin der Universit?t Augsburg. ?Manche von ihnen, die sogenannten kommensalen Bakterien, kommen bei gesunden Menschen in hoher relativer Anzahl vor und sind Teil der Hautbarriere. Sie fungieren als eine Art natürlicher Schutz - sie verhindern beispielsweise, dass sich sch?dliche Bakterien oder Pilze zu stark vermehren.“

Hautflora als Marker für ein erh?htes Dermatitis-Risiko

Hülpüsch hat zusammen mit ihrem Projektpartner Dr. Kai J. Borm vom Universit?tsklinikum rechts der Isar der TUM 20 Frauen mit Brustkrebs untersucht. Alle Probandinnen erhielten für den Zeitraum von sieben Wochen eine Strahlentherapie. Vor dem ersten Termin und danach im Wochenabstand nahmen die Forschenden bei jeder Patientin zwei Hautabstriche - einen von der bestrahlten und einen von der unbestrahlten Brust. In diesen Abstrichen bestimmten sie die Zahl und Zusammensetzung der Mikroorganismen.

?Bei der Analyse haben wir festgestellt, dass vier Frauen vor Beginn der Bestrahlung eine ungew?hnliche Hautflora aufwiesen“, erkl?rt Prof. Dr. Avidan Neumann vom Lehrstuhl für Umweltmedizin der Universit?t Augsburg und Wissenschaftler bei Helmholtz Munich, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. ?Bei ihnen waren die kommensalen Bakterien unterrepr?sentiert. Das galt sowohl für die gesunde als auch die erkrankte Brust.“ Interessanterweise entwickelte sich genau bei diesen vier Patientinnen im Laufe der Behandlung eine schwere Radio-Dermatitis. Die anderen 16 Teilnehmerinnen überstanden die Strahlentherapie dagegen mit milden oder moderaten Hautsch?digungen. In den ersten Wochen der Therapie nahm zudem bei den vier auff?lligen Patientinnen die Gesamtzahl der Bakterien schon vor den sichtbaren schweren Symptomen stark zu und gegen Ende wieder ab. Bei den anderen Probandinnen blieb sie dagegen weitgehend unver?ndert. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Bakterien eine kausale Rolle bei der Entstehung der Strahlendermatitis spielen.

Hautdesinfektion verringert die Dermatitis-Wahrscheinlichkeit

?An der Zusammensetzung der Hautbakterien vor der Strahlentherapie scheint sich ablesen zu lassen, welche Frauen ein besonders gro?es Risiko für eine Radio-Dermatitis tragen“, sagt Kai Borm. ?Das hilft beim Verst?ndnis dieser Nebenwirkung und erm?glicht es perspektivisch, zielgenau eine vorbeugende Ma?nahme zu ergreifen, die eine Strahlentherapie für diese Patienten noch besser vertr?glich machen kann.“ Denn erste Studien zeigen, dass eine gründliche Desinfektion der Hautoberfl?che die Wahrscheinlichkeit einer sp?teren Entzündung verringert. ?Wir sind zudem gespannt, ob sich unsere Ergebnisse auch auf Patientinnen und Patienten mit anderen Tumorerkankungen z.B. im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder mit Sarkomen übertragen lassen, da bei diesen ein besonders hohes Risiko für eine schwere Radiodermatitis besteht.“

Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Haut?rztin und Leiterin der Umweltmedizin, sieht in diesen Ergebnissen gro?es Potential und denkt schon an die n?chsten Schritte. ?Wir werden nun gr??ere Studien mit mehr Patientinnen und auch mit anderen Tumoren durchführen, um die Ergebnisse abzusichern. Ziel ist sowohl die Vorhersage als auch die gezielte Vorsorge einer Dermatitis. Der Weg dahin ist mit dieser Studie gebahnt.“

Publikation:

Claudia Hülpüsch et al.: “Association of Skin Microbiome Dynamics With Radiodermatitis in Patients With Breast Cancer"; JAMA Oncology; DOI:

Wissenschaftlicher Kontakt

Inhaberin Lehrstuhl für Umweltmedizin
Umweltmedizin

Medienkontakt

Corina H?rning
Stellvertretende Pressesprecherin
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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