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Vortragsreihe: Fachdidaktik DaF und Fachdidaktik DaZ

Standortbestimmungen, Bewegungen und Horizonte

Die akademischen Disziplinen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache, die sich als sogenannte Kinder der Praxis immer wieder auch in Bezug auf ihre eigenen normativen Grundlagen befragen, haben sich fest im Kanon der akademischen Disziplinen zwischen Fremdsprachendidaktik, Zweitsprachforschung, Germanistik, P?dagogik und zunehmend auch der Bildungs- sowie Lehrkr?fteforschung etabliert. In den immer noch kleinen F?chern DaF und DaZ stehen Fragen des Deutschlernens mit mehrsprachigen Lernenden jeden Alters, jeden sozio?konomischen Hintergrundes, aus den verschiedensten L?ndern und mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen weltweit im Zentrum. Diese werden von bildungspolitischen Debatten beeinflusst, von migrationsp?dagogischer Kritik flankiert oder vom Diskurs um mehrsprachige Bildungsbeteiligung, Digitalisierung und gesellschaftliche Teilhabe mitbestimmt. Die wissenschaftliche Fachdidaktik Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache steht so vor der nicht geringen Herausforderung, eine interdisziplin?re Theoriebildung in Verbindung mit aktueller internationaler fremd- und zweitsprachdidaktischer Forschung für konkrete Bedarfe und Bedürfnisse einer gesellschaftlich hoch relevanten Praxis voranzubringen.

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Bei der Vortragsreihe Fachdidaktik in Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache – Standortbestimmungen, Bewegungen und Horizonte, die im Wintersemester 2021/2022 sowie im Sommersemester 2022 an der Universit?t Augsburg stattfand, standen aktuelle wissenschaftliche Positionen einer engagierten Fachdidaktik DaF und DaZ im Fokus. Die Positionierungen und anschlie?enden Diskussionen haben den Diskurs um den Stellenwert einer wissenschaftlichen Fachdidaktik in unseren F?chern bereichert, nach aktuellen Standorten und Bewegungen gefragt und zukünftige Horizonte aufgezeigt.

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Viele der Vortr?ge wurden aufgezeichnet und stehen auf dem YouTube-Kanal der Universit?t Augsburg in einer Playlist zur Verfügung. Die Links finden Sie in den Vortragsbeschreibungen oder hier.

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Vortrag im Wintersemester 2022/2023 (Hybrid)

Nicole Marx, Universit?t zu K?ln, 13.12.2022 um 18.15 Uhr, hybrid (H?rsaal 1 D4056 und Zoom)

Das Ankündigungsplakat finden Sie hier.

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N?he und Distanz – Konkurrierende Ziele der Schreibdidaktik im DaF-Unterricht?

Mit dem Aufkommen der Kommunikativen Didaktik in den 1980ern entstand zum ersten Mal eine deutliche Fokussierung auf mündliche Kommunikation im Fremdsprachenunterricht. Nun waren Lehrende und Lernende dazu aufgefordert, sich unterschiedlichen Gespr?chsanl?ssen zu widmen und den Nutzen der Sprache in ?authentischen“, d.h. allt?glichen Situationen anzuerkennen. Die Verdienste dieses neuen Fokus‘ liegen auf der Hand. Die Interpretation der Kommunikativen Didaktik in den Folgejahren l?sst jedoch etwas zu wünschen übrig, geriet sie immer mehr in eine Fokussierung auf allt?gliche, mündliche und v.a. n?hesprachliche Kommunikationssituationen, und wendete sie sich gleichzeitig immer mehr von genauso authentischen, akademischen, schriftlichen und distanzsprachlichen Situationen ab (vgl. K?nigs 2018). Dies hat nicht nur, jedoch insbesondere, Folgen für den erfolgreichen ?bergang in h?here Niveaus bzw. h?here Bildungsinstitutionen.

Der Vortrag m?chte zu einer Reflexion der derzeit anhaltenden Fokussierung auf mündliche, n?hesprachliche Ph?nomene im Fremdsprachenunterricht anregen und dafür pl?dieren, zumindest in der Behandlung medial schriftlicher Texte wieder einen verst?rkten Blick auf distanzsprachliche Kommunikation zu richten. Dabei wird die Fertigkeit Schreiben in modernen DaF-Lehrwerken beispielhaft untersucht und die Frage gestellt, inwiefern diese das Ziel des Fremdsprachenunterrichts erfüllen, auf ein wissenschaftliches Studium vorzubereiten.

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Vortr?ge im Sommersemester 2022 (hybrid)

Eine ?bersicht des Programms im Sommersemester 2022 finden Sie hier.

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Nazli Hodaie, P?dagogische Hochschule Schw?bisch Gmünd, 18.15 Uhr, hybrid (H?rsaal und Zoom)

Das??Wir" der Literaturdidaktik: Grundzüge und Ziele?eines ?postmigrantischen" Literaturunterrichts

Trotz der jahrzehntelangen Debatten um Migration und ihre Folgen beschr?nkt sich die Reaktion des Literaturunterrichts im Umgang mit gesellschaftlichen migrationsbedingten Entwicklungen i.d.R. auf punktuelle Ma?nahmen, die - subsumiert unter dem Label ?interkultureller Deutsch-/ bzw. Literaturunterricht" - ein Nischendasein fristen. Sonst orientiert sich der Literaturunterricht nach wie vor an dem sog. Nationalmodell der Literaturdidaktik (Wintersteiner 2006), das herk?mmliche Identit?tsangebote nicht in Frage stellt und bestehende Zugeh?rigkeitsverh?ltnisse (re-)produziert.

Eine ?postmigrantische" Perspektive auf den Literaturunterricht bindet hingegen die migrationsgesellschaftliche Gegenwart ein, die mehr ist als die Summe in die Bundesrepublik Deutschland eingewanderter, vermeintlicher ?Kulturen" und ?Sprachen", und problematisiert dabei bin?re Identit?tskategorien und Subjektivierungsweisen. Somit fokussiert sie prim?r den identit?tsbildenden Charakter des Literaturunterrichts und ist auch in der Wahl von Inhalten und Materialien ?postnational".? ??

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Michael Schart, Friedrich-Schiller-Universit?t Jena, 18.15 Uhr, hybrid (H?rsaal und Zoom)

Aktionsforschung und berufliches Selbstverst?ndnis von Lehrenden

Der Vortrag widmet sich der Aktionsforschung, einem Konzept von Forschung, das in der Fremdsprachendidaktik seit den 1990er Jahren zwar verst?rkt rezipiert und vom akademischen Betrieb auch h?ufig eingefordert, aber nach wie vor eher selten praktiziert wird. Aktionsforschung beruht auf der Idee, dass Lehrkr?fte eigenverantwortlich ihren Unterricht systematisch erkunden k?nnen und auch sollten, um ihr berufliches Handeln best?ndig weiterzuentwickeln.

Dieses Verst?ndnis von Aktionsforschung berührt eine Reihe von Themen, die in den letzten Jahren in der Fremdsprachendidaktik zu kontroversen Diskussionen führten. Im ersten Teil wird der Vortrag auf diese Verbindungslinien eingehen. Das Verh?ltnis von Wissenschaft und Praxis ger?t dabei ebenso in den Blick wie die Rolle von Lehrkr?ften im Unterricht, die Bedeutung von Reflexion im Professionalisierungsprozess oder das gewachsene Bewusstsein für die sozialen Dimension des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen.

Im zweiten Teil des Vortrags wird es anhand von konkreten Beispielen um die Frage gehen, wie sich Aktionsforschung in den Unterrichtsalltag integrieren l?sst, mit welchen Widerst?nden Lehrkr?fte dabei zu rechnen haben und welche Hürden zu überwinden sind. Vor allem jedoch soll gezeigt werden, wie praxisnahes Forschen von Lehrerinnen und Lehrern nicht nur dazu beitragen kann, den eigenen Unterricht zu verbessern, sondern auch das berufliche Selbstverst?ndnis zu erweitern.

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zur Anmoderation von Michael Schart

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zur Powerpoint-Pr?sentation des Vortrags von Michael Schart

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Nicole Marx, Universit?t zu K?ln, 18.15 Uhr, hybrid (H?rsaal und Zoom)
Der Vortrag wird ins Wintersemester 2022/2023 verschoben.

N?he und Distanz – Konkurrierende Ziele der Schreibdidaktik im DaF-Unterricht?

Mit dem Aufkommen der Kommunikativen Didaktik in den 1980ern entstand zum ersten Mal eine deutliche Fokussierung auf mündliche Kommunikation im Fremdsprachenunterricht. Nun waren Lehrende und Lernende dazu aufgefordert, sich unterschiedlichen Gespr?chsanl?ssen zu widmen und den Nutzen der Sprache in ?authentischen“, d.h. allt?glichen Situationen anzuerkennen. Die Verdienste dieses neuen Fokus‘ liegen auf der Hand. Die Interpretation der Kommunikativen Didaktik in den Folgejahren l?sst jedoch etwas zu wünschen übrig, geriet sie immer mehr in eine Fokussierung auf allt?gliche, mündliche und v.a. n?hesprachliche Kommunikationssituationen, und wendete sie sich gleichzeitig immer mehr von genauso authentischen, akademischen, schriftlichen und distanzsprachlichen Situationen ab (vgl. K?nigs 2018). Dies hat nicht nur, jedoch insbesondere, Folgen für den erfolgreichen ?bergang in h?here Niveaus bzw. h?here Bildungsinstitutionen.

Der Vortrag m?chte zu einer Reflexion der derzeit anhaltenden Fokussierung auf mündliche, n?hesprachliche Ph?nomene im Fremdsprachenunterricht anregen und dafür pl?dieren, zumindest in der Behandlung medial schriftlicher Texte wieder einen verst?rkten Blick auf distanzsprachliche Kommunikation zu richten. Dabei wird die Fertigkeit Schreiben in modernen DaF-Lehrwerken beispielhaft untersucht und die Frage gestellt, inwiefern diese das Ziel des Fremdsprachenunterrichts erfüllen, auf ein wissenschaftliches Studium vorzubereiten.

Diana Feick, University of Auckland, 10.00 Uhr (H?rsaal 3 und Zoom)

ACHTUNG TERMIN- UND H?RSAAL?NDERUNG

Zur Digitalisierung von Lernorten in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Ausgehend vom spatial turn in der Fremd- und Zweitsprachenforschung gibt dieser Beitrag einen ?berblick über die aktuelle Fachdebatte zum Sprachenlehren und -lernen im virtuellen Raum. Im ersten Teil wird das Lernen im virtuellen Raum begrifflich vor dem Hintergrund der Tradition au?erunterrichtlicher Sprachlernorte sowie der Digitalisierung des Sprachenlernens eingeordnet. Dabei stehen insbesondere folgende Fragen im Mittelpunkt: Was zeichnet virtuelle Lernr?ume in ihrer Gestalt(ung) aus? Inwiefern macht sich mobile language learning (MLL) virtuelle Lernr?ume zur Schaffung von Sprachlerngelegenheiten jenseits des physischen Unterrichtsraumes zu Nutze? Wie sind virtuelle Lernorte dabei an den Schnittstellen von (in)formellem sowie ortsspezifischem/-unabh?ngigem Lernen gestaltet??Welche Rolle nehmen Lehrende in zunehmend individualisierten virtuellen Lernr?umen ein? Vor diesem Hintergrund pr?sentiere ich neben Praxisbeispielen auch ausgew?hlte Ergebnisse aus drei aktuellen Studien (Feick & Alm 2021, Feick & Knorr 2022, Feick, im Druck), um im dritten Teil mit einem Ausblick auf erste ?berlegungen zu einer Lernortdidaktik/-methodik des virtuellen Raums (Feick & Rymarczyk, im Druck) zu schlie?en.

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Literatur

  • Feick, D. & Alm, A. (2021): Gruppenarbeit in Zeiten der sozialen Isolation: Zur Nutzung und Wahrnehmung von Breakout-R?umen. Info-DaF Themenheft: DaF im virtuellen Unterrichtsraum, 516-544.
  • Feick, D. & Knorr, P. (2022): Emotional Aspects of Online Collaboration: Virtual Exchange of Pre-Service EFL Teachers. In: Barkhuizen, G. (Hrsg.):?Language teachers studying abroad: Identities, emotions and disruptions. Bristol: Multilingual Matters.
  • Feick, D. & Rymarczyk, J. (Hrsg.) (im Druck):?Digitale Lernorte und -r?ume für das Fremdsprachenlernen. In: Feick, D. & Rymarczyk, J. (Hrsg.): Zur Digitalisierung von Lernorten:?Fremdsprachenlernen im virtuellen Raum. Berlin: Peter Lang.
  • Feick, D. (im Druck): Zwischen Ortsunabh?ngigkeit und Lernortspezifik: Zur digitalen ?ffnung des DaF-Unterrichts durch mobiles Sprachenlernen. In: Feick, D. & Rymarczyk, J. (Hrsg.):?Zur Digitalisierung von Lernorten:?Fremdsprachenlernen im virtuellen Raum. Berlin: Peter Lang.

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Nina Simon, Universit?t Leipzig, 18.15 Uhr, hybrid (H?rsaal und Zoom)

Reflexion und Affirmation
Zur Ambivalenz von DaF/DaZ aus postkolonialer und migrationsp?dagogischer Perspektive
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In meinem Vortrag zeichne ich basierend auf Ausführungen zur Involviertheit von DaF/DaZ (s. Dirim/Wegner 2018) in (global-)gesellschaftliche (Herrschafts-)Verh?ltnisse nach, weshalb Reflexionen auf die aus postkolonialer und migrationsp?dagogischer Perspektive (s. Heinemann/Castro Varela 2016; Mecheril 2016) sichtbar werdende Ambivalenz auch in DaF/DaZ-Kontexten ein zentraler Stellenwert zugestanden werden sollte.
Im Anschluss an eine kurze ?bung, im Rahmen derer die Relevanz herrschaftskritischer Reflexionen auf Sprache angedeutet wird, skizziere ich basierend auf einer den Fokus auf Sprache legenden Modifikation des Konzepts des Zu-Sehen-Gebens (Schade/Wenk 2011), weshalb es lohnenswert ist, die damit verwobene Produktion von Wissensbest?nden herrschaftskritisch zu reflektieren.
Aufbauend darauf pl?diere ich anhand zweier Beispiele (i.A.a. Warner 2021 u. Guillaumin 1999) dafür, es nicht bei herrschaftskritischen Reflexionen auf Sprache zu belassen, sondern in diesem Zusammenhang sichtbar werdende Ambivalenzen konsequent zu berücksichtigen – sowohl in der universit?ren Ausbildung von DaF- und DaZ-Lehrer*innen als auch im Rahmen didaktischer, unterrichtspraktischer ?berlegungen.?

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Literatur

  • Dirim, ?nci / Wegner, Anke (Hg.) (2018): Normative Grundlagen und reflexive Verortungen im Feld DaF und DaZ. Leverkusen.
  • Guillaumin, Colette (1999): ‘I know It’s not Nice, but …’: The Changing Face of Race. In: Rodolfo D. Torres/Louis F. Mirón/Jonathan Xavier Inda (Hg.): Race, Identity, and Citizenship. Oxford, 39-47.
  • Heinemann, Alisha / Castro Varela, María do Mar (2016): Ambivalente Erbschaften. Verlernen erlernen!, https://www.trafo-k.at/_media/download/Zwischenraeume_10_Castro-Heinemann.pdf [10.01.22].
  • Mecheril, Paul (Hg.) (2016): Handbuch Migrationsp?dagogik. Weinheim & Basel.
  • Schade, Sigrid / Wenk, Silke (2011): Studien zur Visuellen Kultur. Einführung in ein transdisziplin?res Forschungsfeld. Bielefeld.
  • Warner, Julian (2021): Einleitung. In: ders. (Hg.): After Europe. Beitr?ge zur dekolonialen Kritik. Berlin.

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Vortr?ge im Wintersemester 2021/22 (hybrid)

Eine ?bersicht des Programms im Wintersemester 2021/2022 finden Sie hier .

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Karen Schramm, Universit?t Wien, 18.15 Uhr, digitale Durchführung via Zoom

Extensives?Lesen?im?DaF-Unterricht

Unter extensivem Lesen werden Programme verstanden, bei denen Lerner*innen fremdsprachliche Texte nach Interesse und Sprachniveau individuell ausw?hlen und im Unterricht mindestens zweimal pro Woche für 20 Minuten still lesen. Trotz ermutigender empirischer Befunde in englischdidaktischen Studien findet das extensive Lesen im DaF-Unterricht bisher nur wenig Berücksichtigung. Dies war Anlass, ein entsprechendes Programm zum extensiven Lesen an Schulen in drei europ?ischen L?ndern in der 10. Jahrgangsstufe zu erproben und diese Erprobung empirisch zu begleiten. In meinem Vortrag m?chte ich von den Erfahrungen berichten, die neun erfahrene und neun angehende DaF-Lehrpersonen in gemeinsamen videobasierten Reflexionsgespr?chen thematisiert haben, und aufzeigen, welche Vorgehensweisen sie in der kollegialen Zusammenarbeit entwickelt haben.

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Literatur:

  • Abitzsch, Doris / van der Knaap, Ewout / Abbate, Roberta / Dawidowicz, Marta / Feld-Knapp, Ilona / Hoffmann, Sabine / Perge, Gabriela / Schramm, Karen (2019): Freies Lesen im LEELU-LehrerInnenbildungsprojekt. Vom Forschungsstand zu einer Handreichung für den Unterricht. Online: https://leelu.eu/wp-content/uploads/sites/164/2019/08/Konzeptpapier-zum-Freien-Lesen-im-LEELU-Projekt-Endfassung-2019.pdf
  • Hoffmann, Sabine (2019): Beratung beim Extensiven Lesen im DaF-Unterricht. In: Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 2/2019, 427-457. Online: https://tujournals.ulb.tu-darmstadt.de/index.php/zif/article/download/983/981.
  • Jeon, Eun-Young / Day, Richard (2016): The effectiveness of ER on reading proficiency. A meta-analysis. In: Reading in a Foreign Language, 28.2, 246-265. Online: http://www.nflrc.hawaii.edu/rfl/October2016/articles/jeon.pdf.

Julia Ricart Brede, Universit?t Passau, 18.15 Uhr, Kurzfristige ?nderung: Der Vortrag findet online statt.

Deutsch als Zweitsprache: aktueller denn je? ? ? ??

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Kathrin Siebold, Philipps-Universit?t Marburg, 18.15 Uhr, hybride Veranstaltung (vor Ort und Zoom)

Videobasierte Fallarbeit zur F?rderung?unterrichtlicher Interaktionskompetenz

Unterrichtliche Interaktion und insbesondere lernerseitige Partizipation gelten in der fremdsprachendidaktischen Forschung als zentrale erwerbsf?rderliche Prozesse. Um Lehr- und Lernprozesse kommunikativ kompetent zu gestalten, bedarf es seitens der Lehrenden gut ausgebildeter interaktionaler Kompetenzen hinsichtlich zentraler sprachlicher Lehrhandlungen wie beispielsweise Feedback geben, Fehler korrigieren, Arbeitsanweisungen erteilen oder Verst?ndnis sichern. Diese k?nnen in lehrerbildenden Studieng?ngen durch verschiedene didaktisch-methodische Herangehensweisen systematisch geschult werden, u.a. durch videobasierte Kasuistik, in der unterrichtliche Interaktion anhand spezifischer Fallbeispiele differenziert beschrieben und kritisch analysiert wird (vgl. Schramm; Bechtel 2019, Elsner et al. 2020, Syring 2021). ?

Im Vortrag sollen erste Ergebnisse einer Forschungsstudie vorgestellt werden, in der die Wirksamkeit videobasierter Fallarbeit im Rahmen eines Didaktik-Seminars zur Unterrichtsinteraktion untersucht wurde. Das Seminar fand im vergangenen Sommersemester 2021 im MA-Studiengang Deutsch als Fremdsprache an der Philipps-Universit?t Marburg statt und wurde online durchgeführt. Als Grundlage für die Datenauswertung wurden transkribierte Mitschnitte der Fallanalysen, Ergebnisberichte und Lerntagebücher der Studierenden herangezogen.

Wenngleich das Lernformat der Fallarbeit auch Schwierigkeiten auf verschiedenen Ebenen mit sich bringt, zeigt sich unter den angehenden DaFZ-Lehrkr?ften ein deutlicher Kompetenzzuwachs in der professionellen Wahrnehmung von Unterrichtsinteraktion, insbesondere bezüglich des Wirkungspotenzials unterschiedlicher Semantisierungsverfahren, Lehrendenfragen, Folgeturns und (pseudo)verst?ndnissichernder Sprechhandlungen.

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Literatur:

  • Bechtel, Markus; Schramm, Karen (2019) (eds.): Videobasierte Lehre in der Fremdsprachendidaktik. Themenschwerpunkt FLUL (Fremdsprachen Lehren und Lernen) 48 (1).
  • Elsner, Daniela; Kreft, Annika; Niesen, Heike; Viebrock, Britta (2020): Unterrichtsvideos als Reflexionsanl?sse im Englischlehramtsstudium. Verbindung von Theorie und Praxis am Beispiel der Heterogenit?tsdimensionen Mehrsprachigkeit und Transkulturalit?t. HLZ (Herausforderung Lehrer*innenbildung. Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion) 3(2), 279–299.
  • Siebold, Kathrin; Glosemeyer, Quentin; Xu, Hang (2021): Pseudoverst?ndnissicherung. ZIAF (Zeitschrift für Interaktionsforschung in DaFZ) 1 (i.Dr.).
  • Syring, Marcus (2021): Videobasierte Kasuistik in der Lehre. In: Wittek, Doris; Rabe, Thorid; Ritter, Michael (eds.): Kasuistik in Forschung und Lehre. Erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Ordnungsversuche. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt, 230-244.

Inci Dirim, Universit?t Wien, 18.15 Uhr, Kurzfristige ?nderung: Der Vortrag findet online statt.

Rassismuskritische Perspektiven im Bereich Deutsch als Zweitsprache

Obwohl der Kolonialismus schon lange vorbei ist, ist der Rassismus noch nicht überwunden. Der rassismuskritischen Perspektive geht es in dieser Lage nicht so sehr darum, Schuldige auszumachen, sondern eher darum, zu verstehen, wie die gesellschaftlichen Diskurse das Entstehen des Rassismus erm?glichen (Stichwort: ?Rassismus als gesellschaftliches Verh?ltnis“). Nach der vor allem von Paul Mecheril und Claus Melter (u.a. 2010) entwickelten rassismuskritischen Perspektive durchdringen koloniale Denkweisen nach wie vor die Gesellschaft und sind zum Teil subtil, also schwer zu erkennen, weshalb die Gefahr besteht, dass auch von Personen Rassismus ausgehen kann, die nicht rassistisch sein m?chten. Daraus ergibt sich eine Aufgabe der Selbstreflexion für das Feld ?Deutsch als Zweitsprache“, das stark in gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen über Migration eingebunden ist. Es ist m?glich, selbstreflexiv zu untersuchen, inwiefern in Begriffen, Konzepten, Materialien und Forschungsans?tzen koloniale Denkweisen ?versteckt“ sein k?nnten und darüber nachzudenken, wie es gelingen k?nnte, sich im professionellen Handeln nicht vom Rassismus verleiten zu lassen.? Der Vortrag führt in die Rassismuskritik begrifflich und konzeptionell ein und stellt im Sinne einer ?Querschnittsaufgabe“ einen Bezug zum Arbeits- und Forschungsfeld ?Deutsch als Zweitsprache“ her.

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Literatur:

  • Mecheril, Paul / Melter Claus (2010): Wege aus dem Rassismus. In: Mecheril, Paul u.a.: Migrationsp?dagogik. Weinheim (Beltz), S. 150-169.
  • Dirim, ?nci /Pokitsch, Doris (2018): (Neo-)Linguizistische Praxen in der Migrationsgesellschaft und ihre Bedeutung für das Handlungsfeld ?Deutsch als Zweitsprache‘. In: Osnabrücker Beitr?ge zur Sprachtheorie. 93, S. 13-32.

Constanze Niederhaus, Universit?t Paderborn, 18.15 Uhr, digitale Durchführung via Zoom

DaZ/DaF für den Beruf - Status Quo und Perspektiven

Deutsch für den Beruf stellt ein wichtiges Arbeitsfeld des Fachs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache dar, dessen n?here Bestimmung aufgrund seiner Breite eine Herausforderung darstellt: Im Ausland wird Deutsch für den Beruf insbesondere aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der deutschsprachigen L?nder stark nachgefragt. Im Inland ist das Arbeitsfeld aufgrund von Migration und hinsichtlich der Teilhabe (neu) zugewanderter Menschen an beruflicher Bildung und Arbeit von hoher Relevanz.

Die Zielgruppen und Lernziele sowie die Lernorte und Lernzeitpunkte berufsbezogenen und berufsorientierten Deutschunterrichts sind gro? und vielf?ltig. Dieser Vortrag m?chte einen ?berblick über dieses komplexe und zunehmend bedeutsame Arbeitsfeld geben.

Nachdem auf die Zielgruppen berufsbezogenen Deutschunterrichts eingegangen wird, werden Versuche der Definition des Registers Berufssprache sowie darüber hinausgehende Konzepte wie berufliche Kommunikation und Deutsch für den Beruf diskutiert. Des Weiteren wird auf die Untersuchung sprachlicher Bedarfe, Anforderungen und Praktiken im Arbeitsfeld Deutsch für den Beruf eingegangen, die eine Grundlage für die Konzeption und Durchführung berufsbezogenen Deutschunterrichts und anderer Formate darstellen.

Schlie?lich werden Einblicke in die Forschungsaktivit?ten des Arbeitsbereichs DaZ, DaF und Mehrsprachigkeit der Universit?t Paderborn gegeben und die Bedeutung von Deutsch für den Beruf für unsere Fachdidaktik sowie deren Weiterentwicklung diskutiert.

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D?rthe Uphoff, Universidade de S?o Paulo, 18.15 Uhr, digitale Durchführung via Zoom

Zeitgeist: Ein Lehrwerkprojekt für den Deutschunterricht an brasilianischen Hochschulen

Seit vielen Jahren wird in Brasilien fast ausschlie?lich mit internationalen Lehrwerken Deutsch unterrichtet, nachdem die heimische Materialproduktion mit der kommunikativen Wende zum Erliegen gekommen war. Um diese Situation zu ver?ndern, wurde vor zwei Jahren das Forschungsprojekt ?Zeitgeist" ins Leben gerufen mit dem Ziel, ein engagiertes und zielgruppenorientiertes Lehrwerk für den Deutschunterricht im Hochschulbereich zu entwickeln. Das Autor*innenteam vertritt dabei einen partizipativen und kritisch-reflexiven Ansatz und ist darum bemüht, den Lernenden bedeutungsvolle Inhalte anhand von authentischen Texten darzubieten. In meinem Beitrag m?chte ich über den aktuellen Stand des Projekts berichten und auch einen kleinen Einblick in bereits erstellte Materialien geben.

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Kristina Peuschel, Universit?t Augsburg, 18.15 Uhr, hybride Veranstaltung (vor Ort und Zoom)

Gendergerechte Sprache und DaZ und DaF: Von der Praxis zur Theorie zur Empirie und zurück

Das Verh?ltnis von ?Sprache“ und ?Sprache lernen“ scheint unkompliziert und direkt nachvollziehbar zu sein. Warum ist jedoch das Verh?ltnis von ?gendergerechter Sprache“ und ?DaF/DaZ-Lernen“ von Umwegen und Sackgassen bestimmt? Dieser und anderen Fragen geht der Vortrag nach, indem auf der Basis von ?berlegungen zum einschlie?enden, inklusiven, gerechten Sprachgebrauch die aktuelle Praxis, Theorie und Empirie des Lernens und Gebrauchs von gendergerechter Sprache in Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache dargestellt wird. Dabei werden sprachliche Formen, ihre Repr?sentation in Lehrmaterialien für das Deutschlernen weltweit und die ?berzeugungen von angehenden DaZ- und DaF-Lehrkr?ften zur Verwendung dieser Sprachgebrauchsvarianten aufeinander bezogen. Fachdidaktische Schlussfolgerungen gehen jedoch über den konkret adressierten Gegenstand hinaus – welche Sprache(n) mit welchen Inhalten ist (sind) Gegenstand und Medium in der institutionellen Vermittlung des Deutschen als Zweitsprache und des Deutschen als Fremdsprache und wie verwenden Lehrkr?fte und Lehrende eben diese?

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? Universit?t Augsburg
? Universit?t Augsburg

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